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Wohnungs- und Gebäudebrand

erstellt von Thilo Haberstroh zuletzt verändert: 21.06.2015 13:19
20.06.2015 Einsatz für die Abteilungen Buchholz, Waldkirch und Siensbach

Folgemeldung - kompletter Einsatzbericht:

Am Samstagabend wurden die Abteilungen Buchholz und Waldkirch seitens der Rettungsleitstelle Emmendingen in die alte Dorfstraße nach Buchholz gerufen. Die Einsatzmeldung lautete: "Wohnungs- und Gebäudebrand, mehrere Personen im Gebäude eingeschlossen". Als sich die Fahrzeuge der Feuerwehr bereits auf der Anfahrt befanden wurden die Einsatzkräfte über Funk darüber informiert, dass Personen vom Gebäude springen zu drohen, weshalb Stadtkommandant Christian Klein sofort die Abteilung Siensbach nachalarmieren ließ. Zudem befand sich zum Zeitpunkt des Einsatzes noch ein Fahrzeug mit kompletter Mannschaft zur Gewährung der Brandsicherheit auf dem gleichzeitig stattfindenden Stadtfest, welches aufgrund geltender Sicherheitsvorschriften nicht abgezogen werden konnte. Die Feuerwehrangehörigen der Abteilung Buchholz - deren Gerätehaus sich direkt neben dem Einsatzort befindet - begannen nach ihrem Eintreffen sofort mit der Menschenrettung. Aufgrund der Nähe zum Brandobjekt und der dadurch wegfallenden Anfahrtszeit konnten sie zwar schnell Hilfe leisten, hatten im Gegenzug jedoch kaum Zeit und Möglichkeiten sich auf den Einsatz vorzubereiten. 

Die Lage, welche die Einsatzkräfte vor Ort gleich zu Beginn erwartete, sah wie folgt aus: Aus einem dreistöckigen Wohnhaus drang aus mehreren Fenstern dichter Brandrauch. Personen - darunter viele Kinder - standen an den Fenstern und riefen um Hilfe. Mindestens vier Personen befanden sich auf einem schmalen, abgeschrägten Dachvorsprung des Gebäudes. Alle waren schutzlos dem dichten Brandrauch ausgesetzt, aufgrund der starken Rauchentwicklung innerhalb des Gebäudes war eine Flucht über das Treppenhaus nicht möglich. Mithilfe der Drehleiter sowie zwei Steckleitern wurden die Personen aus und vom Dach des Gebäudes gerettet. Bis zum Eintreffen der Kräfte des DRK wurden diese von der Feuerwehr und Anwohnern betreut und schließlich an das DRK übergeben. Probleme bereitete der Feuerwehr zudem eine bewegungseingeschränkte Person im ersten Obergeschoß des Brandobjektes, welche sich im hinteren, der Straße abgewandten Seite des Gebäudes befand. Da eine Rettung über Steckleiter nicht möglich war, musste sie in den vorderen Bereich der verrauchten Wohnung gebracht werden, wo ein Abtransport von der straßenseitig zur Stellung gebrachten Drehleiter wiederum möglich war. Um die Personen überhaupt aus dem Gebäude retten zu können, wurden sie mit Rettungsmasken ausgestattet, welche Schutz vor den Brandgasen bieten. 

Die parallel zur Erkundung eingesetzten Atemschutztrupps konnten den Brandherd schnell im Keller des Hauses finden und mit der Brandbekämpfung beginnen. Das Feuer konnte dadurch zügig unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden, anschließend mussten jedoch umfangreiche Belüftungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Zu Beginn des Einsatzes wurde die Arbeit der Rettungskräfte durch zahlreiche Schaulustige behindert, welche sich zwischen die Einsatzfahrzeuge und nah an das Gebäude heranwagten. 

Es konnten alle vierzehn Personen aus dem Gebäude gerettet werden. Alle vierzehn wurden jedoch im Anschluss zur Überwachung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Seitens des DRK wurde "MANV 2" (siehe weiter unten in der Erstmeldung) ausgelöst, dreiundsechzig Kräfte befanden sich daher seitens des DRK im Einsatz. Seitens der Feuerwehr waren einundsiebzig Einsatzkräfte unter der Leitung des Stadtkommandanten Christian Klein vor Ort. Vor Ort befanden sich auch Kreisbrandmeister Jörg Berger, Oberbürgermeister Roman Götzmann, Thomas Reger vom Fachbereich 3 der Stadt Waldkirch, Kräfte der Polizei unter der Leitung von Polizeihauptkommissar Rocco Bracchio und Mitarbeiter der Stadtwerke Waldkirch.

 

Aus der Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Freiburg:

"Waldkirch, Landkreis Emmendingen (ots) - Aus bislang unbekannter Ursache kam es am Samstag, den 20.06.2015, gg. 19.45 Uhr, zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Waldkirch, Ortsteil Buchholz, in der Alten Dorfstraße.

Zum Zeitpunkt des Brandausbruches befanden sich zahlreiche Anwohner in dem Anwesen und mussten durch die eingesetzten Rettungskräfte geborgen werden. Es wurden insgesamt 14 Personen verletzt, die in umliegende Krankenhäuser eingeliefert wurden. Bei den meisten Personen, u.a. auch Kindern erfolgte dies bzgl. Verdacht Rauchgasintoxikation. Laut Rettungskräften besteht wohl bei keiner der verletzten Personen Lebensgefahr. Die Polizei hat die Ermittlungen bzgl. der Brandursache aufgenommen, konkrete Hinweise liegen derzeit noch nicht vor. Verantwortliche der Stadt Waldkirch kümmerten sich um die Unterbringung der Anwohner, da das Objekt aktuell nicht bewohnbar ist. Es waren von der Feuerwehr und Rettungsdienst insgesamt über 130 Personen im Einsatz. Die genaue Schadenshöhe ist noch nicht bekannt."

Quelle

 

Erstmeldung (22.25h):

- Einsatzmeldung: Wohnungs- und Gebäudebrand in Buchholz, mehrere Personen im Gebäude, Personen drohen aus Gebäude zu springen

- Vierzehn Personen aus Gebäude gerettet

- Kellerbrand, Feuer gelöscht

- "MANV 2" wurde ausgelöst: Fünfundzwanzig DRK-Fahrzeuge des Landkreises sowie drei Notärzte vor Ort - alle geretteten Personen mussten zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht werden

- Insgesamt achtzehn Feuerwehrangehörige der Abteilung Buchholz, fünfunddreißig Feuerwehrangehörige der Abteilung Waldkirch und achtzehn Feuerwehrangehörige der Abteilung Siensbach unter der Einsatzleitung von Stadtkommandanten Christian Klein im Einsatz

- Ebenfalls vor Ort: Kreisbrandmeister Jörg Berger, Oberbürgermeister Roman Götzmann, Mitarbeiter der Stadtwerke Waldkirch und Kräfte der Polizei

Den kompletten Einsatzbericht finden Sie im Laufe des Sonntags hier auf unserer Seite.

Bilder des Einsatzes finden Sie in unserer Galerie.

Aus dem Einsatzbericht des DRK, Stefan Pfister:

"Beim heutigen Brand in Buchholz kam das sogenannte MANV Konzept des Landreises Emmendingen zum Einsatz.
MANV bedeutet Massenanfall von Verletzten und Erkrankten. Dieses Konzept gliedert sich in 3 Abschnitte. Heute kam aufgrund der hohen Anzahl verletzter Personen (14) das MANV Konzept Stufe 2 zum Einsatz.

Die Einatzleitung hatte Siegfried Böhler als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (für die Hauptamtlichen Kräfte) und Stefan Pfister als Einsatzleiter Fachdienste (für die Ehrenamtlichen Kräfte).

Folgende Kräfte wurden alarmiert:
Alarm für die Integriete Leitstelle
Alarm Rettungsdienst (dienstfreies Personal) der Wachen Waldkirch, Elzach und Emmendingen
Rettungsdienst Freiburg
Leitender Notarzt
Einsatzleiter Fachdienste
Schnelleinsatzgruppe Ost und Mitte
Leistungsmodule Transport
Notfallnachsorge
Kreisgeschäftsführer

Somit waren im Einsatz:
Ortsverein Waldkirch
Ortsverein Kollnau
6 Rettungswägen (2 davon aus Freiburg)
4 Krankentransportwagen
Schnelleinsatzgruppe Ost (Ortsvereine Waldkirch, Kollnau, Gutach-Bleibach, Prechtal)
Schnelleisatzgruppe Mitte (Ortsvereine Denzlingen, Vörstetten, Emmendingen)
und somit insgesamt 63 DRK Kräfte Vorort im Einsatz.

Alle 14 Personen kamen zur Beobachtung ins Krankenhaus.

Die Unterbringung für die Betroffenen wurde durch die Stadt sichergestellt (teilweise im Ruthof in Heimeck und teilweise im Hotel Felsenkeller)"

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