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In Gedenken an unsere verunglückten Kameraden

erstellt von Thilo Haberstroh zuletzt verändert: 20.11.2017 15:56
18.11.2017: Die Gesamtwehr Waldkirch - insbesondere die Abteilung Kollnau - erinnerte am vergangenen Samstag in einer Gedenkfeier an die vor zehn und 35 Jahren tödlich verunglückten Kameraden Franz Rösch, Erich Vögtle und Wolfgang Eble
In Gedenken an unsere verunglückten Kameraden

Kranzniederlegung am Gedenkstein im Kohlenbach

 

Am 24.06.1982 stürzte ein Fahrzeug der Abteilung Kollnau im Kohlenbachtal meterweit in die Tiefe und überschlug sich mehrmals. Dabei verloren die Kameraden Franz Rösch und Erich Vögtle ihr Leben. 25 Jahre später, am 18.11.2007, ereilte die Wehr dasselbe Schicksal während einer Einsatzfahrt nur unweit der früheren Unfallstelle. Dabei wurde Kamerad Wolfgang Eble so schwer verletzt, dass er 12 Tage später im Krankenhaus verstarb.

Den 10. Jahrestag des 2. tragischen Unglücks nahm die Abteilung Kollnau zum Anlass, um eine große Gedenkfeier nebst Kranzniederlegung und Gedenkgottesdienst abzuhalten.

Neben den Familien aller drei Verstorbenen nahmen zahlreiche Mitglieder der Feuerwehr an der Gedenkfeier teil. Der Einladung gefolgt und teilgenommen hatten auch Oberbürgermeister Roman Götzmann, Ortsvorsteherin Gabi Schindler, Ortschafts- und Gemeinderäte der Stadt Waldkirch, die Kommandanten und deren Stellvertreter der Gesamtwehr Waldkirch, die Führung der Feuerwehr Elzach, Mitglieder des DRK Ortsvereins Kollnau, Vertreter der Unfall-Nachsorgeeinheit und der Spielmannszug der Feuerwehr. Ebenso wie Pfarrer Heinz Vogel, welcher auch den Gedenkgottesdienst am Abend in der St. Josef Kirche in Kollnau abhielt.

Wir danken allen für die Anteilnahme, den Beistand und die Unterstützung, die wir nach den Unglücken sowohl auch an der Gedenkfeier am vergangenen Samstag erhielten.

 

Hier die Worte des Abteilungskommandanten Maximilian Wehrle, welche er bei der Kranzniederlegung am Gedenkstein am 18.11.2017 an die dort Anwesenden richtete:

„Wir gedenken heute unserer hier im Kohlenbach verunfallten Kameraden, die bei zwei tragischen Unfällen ums Leben gekommen sind.

Erich Vögtle und Franz Rösch sind in Blickweite von diesem Stein am 24.Juni 1982, also vor gut 35 Jahren mit dem Mannschaftstransportwagen abgestürzt, Wolfgang Eble genau hier am 18.November 2007 mit dem Löschfahrzeug, also vor genau 10 Jahren. Während die ersteren noch am selben Tag verstarben, rang unser Gängele (Anm.: Rufname des verstorbenen Wolfgang Eble) noch 12 Tage mit dem Schicksal, erlag aber dann am 30.11.2007 seinen schweren inneren Verletzungen. Ich erinnere mich noch an diese Zeit als wäre es gestern gewesen und vermag deshalb auch nachzuempfinden wie es den Familien und Kameraden vor 35 Jahren gegangen ist.

Erinnerungen, die uns alle auch nach dieser Zeit immer wieder nachgehen und die uns nicht loslassen wollen. Alle drei haben Kinder und Ehefrauen hinterlassen. Die Unfälle haben große Lücken in Familien, Großfamilien, Freundeskreise und die Gemeinschaft der Feuerwehr gerissen. Lücken von denen man schon damals sofort wusste, dass sie nicht wieder gefüllt werden können und auch bis heute Narben hinterlassen werden. Man stellte sich die berühmte Frage nach dem Warum? –auch heute hat man noch keine Antwort darauf, aber man hört auf die Frage zu stellen... denn sie führt zu nichts.

Bei den Vorbereitungen auf diesen Tag ist mir das ein und andere Mal der Begriff „Jubiläum“ herausgerutscht. Eigentlich eine Bezeichnung, die für so eine Veranstaltung völlig deplatziert ist. Aber beim genaueren Nachdenken sollte uns klar werden, dass es auch etwas zu bejubeln gibt: schaut nach links und rechts: wir sind noch da! Und haben das zusammen durchgestanden.

Nach solchen schweren Unfällen empfinde ich das aus heutiger Sicht nicht als selbstverständlich, dessen sind wir uns alle vielleicht nicht immer ganz bewusst.

An anderen Orten hört man nach solchen Ereignissen von schweren Zerwürfnissen in Familien, in Vereinen und Organisationen. Rücktritte und Rauswürfe werden gefordert und stehen an erster Stelle. In Kollnau hat es das in allen drei Fällen nicht gegeben. Im Gegenteil: nie waren wir uns alle so nah wie in der Zeit nach dem Unfall. Wenn ich in der Zeit nach dem Unfall nicht wusste, wohin mit meiner Trauer und meinen Gedanken, bin ich ins Feuerwehrhaus. Denn da war bestimmt jemand, dem es ähnlich ging. Zusammen hat man das besser überstanden. Aus heutiger Sicht darf man das ohne Fehlblick auch bejubeln und das macht auch sehr stolz.

Ganz persönlich hat jeder von uns ein Bild von unseren drei Kameraden in seinen Gedanken, das wir hier her tragen, eine eigene Beziehung, eine eigene Geschichte. Obwohl manche von uns beim ersten Unfall noch gar nicht geboren waren. In der Feuerwehr werden die Geschichten von den Unfällen immer wieder weitergegeben und so bleibt auch die Erinnerung an Euch erhalten.

Liebe Kameraden Erich, Franz und Gängele: wir möchten heute an euch erinnern. Niemand hat vergessen welcher Schmerz die Unfälle vor 35 und zehn Jahren verursacht haben. Nach wie vor ist da eine Lücke an eurem Platz, eine Narbe in unserm Gedächtnis erinnert uns daran. Ihr fehlt uns allen.“

 

Bild rechts: Kranzniederlegung am Gedenkstein im Kohlenbach mit Pfarrer Heinz Vogel, Oberbürgermeister Roman Götzmann, Gesamtkommandant Christian Klein und Abteilungskommandant Maximilian Wehrle.

 

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